Kritiken

Foto: Eberhard Spreng

Theater nach dem Lockdown
Vom Winde bewegt
Deutschlandfunk, Kultur Heute – 07.06.2020 → Beitrag hören

ALLESANDERSPLATZ steht über der Fassade des ehemaligen „Haus der Statistik“, einem entmieteten Betonklotz aus der DDR-Zeit. Er wird derzeit unter anderem von der „Dramatischen Republik“ genutzt. Sie ist Veranstalter der Premiere des Stücks „Das Koffer“ der Polin Małgorzata Sikorska-Miszczuk. Rolf Kemnitzer hat das als erste Berliner Premiere nach dem Corona-Lockdown eingerichtet. mehr…


Foto: Schauspiel Zürich

Experiment im Digitalen Raum
Deka-Monolog
Deutschlandfunk, Kultur Heute – 21.04.2020 → Beitrag hören

Der polnische Filmregisseur Krzysztof Kieślowskis übersetzte am Ende der 1980er Jahre in seiner Fernsehfilmserie „Dekalog“ die zehn Gebote in heutige Schlüsselsituationen. Christopher Rüping überträgt dies in Zürich ins digitale Format: Zehn Monologe nach kurzen, Covid-19 kompatiblen Probenzeiten. mehr…


Foto: Jan Versweyveld

Isabelle Huppert im Theater
Im Souterrain der Träume
Deutschlandfunk, Kultur Heute – 08.03.2020 → Beitrag hören

Ivo van Hove interessiert sich sehr für die amerikanische Dramatik der Moderne. Er inszenierte Stücke z.B. von Tony Kushner, Eugene O’Neill, Arthur Miller, Tennessee Williams. Am Théâtre de l’Odéon realisiert er nun Williams „Glasmenagerie“ mit prominenter Besetzung: Isabelle Huppert spielt Mutter Amanda. mehr…


Wie erschlagen von einstigen Idealen

Foto: Sebastian Hoppe

Geldkritik auf der Bühne
Der Kommutalist
Deutschlandfunk, Kultur Heute – 08.02.2020 → Beitrag hören
Deutschlandfunk Kultur, Fazit – 07.02.2020

Fast 600 Seiten umfasst Ingo Schulzes Wenderoman „Peter Holtz – sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst“. Eine Chronik von 1974 bis 1998 um einen an Ideale glaubenden Titelhelden, der wider Willen zu Unmengen von Geld kommt und sich fragt, wie er es wieder los wird. In Dresden hat das Friederike Heller auf die Bühne gebracht. mehr…


Hamlet mit Totenkopf vor Partykulisse

Foto: Ute Langkafel

 

Hamlet am Gorki-Theater
Die Geister des Karl Marx
Deutschlandfunk, Kultur Heute – 03.02.2020 → Beitrag hören

Im Gorki-Container neben dem sanierungsbedingt nur eingeschränkt bespielbaren Gorki-Theater hat Christian Weise Shakespeares „Hamlet“ eingerichtet: Mit einer weiblichen Besetzung der legendären Hauptrolle. mehr…


Schauspieler als Rockstars

Foto: Ute Langkafel

 

Falk Richter am Gorki-Theater
Väter – ein Requiem
Deutschlandfunk, Kultur Heute – 16.01.2020 → Beitrag hören

In die Debatte um die „toxische Männlichkeit“ schaltet sich am Gorki-Theater Falk Richter mit seiner Stückentwicklung „In my Room“ ein. Wie wir wurden, was wie sind, das ist für Richter und seine fünf Akteure nur zu beantworten, wenn das Verhältnis zum eigenen Vater beleuchtet wird. mehr…


Eine Gruppe Jugendliche und ihre Rituale

Foto: Elizabeth Carecchio

 

Theater in Paris
Sie küssten und sie schlugen sich
Deutschlandfunk, Kultur Heute – 14.01.2020 → Beitrag hören

Die Familie als Keimzelle der Gewalt in der Gesellschaft: Drei neue Arbeiten in Paris behandeln die Thematik. Als Meisterwerk sticht dabei Joël Pommerats neue Arbeit „Contes et Légendes“ über Jugend, Persönlichkeitsentwicklung und künstliche Intelligenz heraus. mehr…


Töchter und Mutter in einem, der Vater im anderen Zimmer

Foto: Michiel Devijver

 

Milo Rau in Gent
Schuld und Erlösung
Deutschlandfunk, Kultur Heute – 05.01.2020 → Beitrag hören

„Familie“ ist der dritte Teil einer Trilogie von Milo Rau über moderne Verbrechen: Nach „Fife Easy Pieces“ über den Kindermörder Marc Dutroux und „La Reprise“, das einem homophoben Mordfall in Lüttich nachging, soll „Familie“ einen mysteriösen Familienselbstmord aus dem Jahre 2007 erkunden. mehr…


Ein Theater in Stil der Hell-Dunkel Malerei

Foto: Matthias Horn

 

„Glaube und Heimat“ am Berliner Ensemble
Gott spaltet und versöhnt
Deutschlandfunk, Kultur Heute – 06.12.2019 → Beitrag hören

Will Regisseur Michael Thalheimer mit seiner Inszenierung von „Glaube und Heimat“ am Berliner Ensemble den Autor Karl Schönherr rehabilitieren? Der hatte 1938 den so genannten „Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich“ begrüßt. Aber im Zentrum der Inszenierung steht das spaltende Potential von Religion. mehr…


Das Ensemble im hyperrealistischen Dekor

Foto: Arno Declair

 

Anne-Cécile Vandalem an der Schaubühne
Der aus dem Regen kam
Deutschlandfunk, Kultur Heute – 01.12.2019 → Beitrag hören

Mit „Tristesses“ wurde Anne-Cécile Vandalem 2016 international bekannt. Zwei Jahre später kam „Arctique“ heraus. In beiden Stücken hat sich die belgische Autorin und Regisseurin mit dem Zerbrechen von gesellschaftlichen Mikrokosmen in den Randbereichen einer dystopischen Welt befasst. „Die Anderen“ ist nun an der Schaubühne ihre erste Inszenierung mit einem deutschen Ensemble. mehr…


Die Equipe von "La Mort prématurée ..." und ihre Equipement

Foto: Simon Gosselin

 

Wajdi Mouawad in Paris
Die Leiden des alternden Sängers
Deutschlandfunk, Kultur Heute – 19.11.2019 → Beitrag hören

Auf der Suche nach einem neuen Bühnenstoff sind der Theatermann Wajdi Mouawad und der Chansonnier Arthur H. weit gereist. Fündig wurden sie jedoch in der heimischen Musikszene: Das neue Stück erzählt von einem abgehalfterten Sänger und ist ein modernes Märchen mit handlungsreicher Story. mehr…


Die Architektin und das Elend der Plattenbausiedlung

Foto: Arno Declair

 

Deutsches Theater Berlin
Plattenbauten statt genialer Entwürfe
Deutschlandfunk, Kultur Heute – 03.11.2019 → Beitrag hören

Eine junge, idealistische Architektin stößt sich an der Realität im DDR-Städtebau. Davon handelt Brigitte Reimanns unvollendeter Roman „Franziska Linkerhand“, der nach ihrem Tod 1974 erschien. In Berlin ist das Buch auf die Bühne gekommen. Ein Theaterabend, der wichtige Fragen nicht stellt. mehr…


Wie immer Video und Theater in einem Bild - Castorf inszeniert

Foto: Mathilda Olmi

 

Castorf in Lausanne
Politik, Machtgier und Eros
Deutschlandfunk, kultur Heute – 31.10.2019 → Beitrag hören

Frank Castorf ist in seiner klassischen Phase angekommen: Am Théâtre de Vidy in Lausanne inszeniert er Jean Racines „Bajanet“. Anders als in Racines anderen Tragödien geht es hier in vielerlei Hinsicht zur Sache – und das Publikum muss zittern, was den Figuren in der nächsten Szene zustoßen könnte. mehr…


Ein Ensemble wie im Papiertheater der Vergangenheit

Amphitryon in Berlin
Chargieren als Meisterwerk
Deutschlandfunk, Kultur Heute – 14.10.2019 → Beitrag hören

Gott Jupiter verschafft sich in der Gestalt eines Sterblichen eine Liebesnacht mit dessen Gattin. Das führt zu diversen Komplikationen. Molières „Amphitryon“ inszeniert an der Schaubühne Herbert Fritsch; der vom Wiener Burgtheater nach Berlin gewechselte Joachim Meyerhoff spielt den Sosias. mehr…